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CONTI® SYNCHROFLEX

Was Wüstenbuggys unverwüstlich macht

Wüstenbuggy Baja mit 3 PS-Benzinmotor, umgebaut von Zahnradgetriebe auf ein wartungsfreies Zahnriemengetriebe. Bild: STERN

Wüstenbuggy Baja mit 3 PS-Benzinmotor, umgebaut von Zahnradgetriebe auf ein wartungsfreies Zahnriemengetriebe. Bild: STERN

Eigentlich besteht das Hauptgeschäft der STERN Automation & Maschinenbau im brandenburgischen Ort Berge (Nauen) aus der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb von CNC-Schneidmaschinen. Drei Baugrößen für Klein-, Mittel- und Großformatplatten gehören zum Standardprogramm. Firmeninhaber und passionierter Modellbauer Torsten Stern nutzt seine Maschinen aber auch für den eigenen Modellbau. So entstehen unter anderem CFK-Teile und Aluminiumteile für Boote und Buggys auf den selbstentwickelten Maschinen.

„Das war anfangs nur ein Hobby. Durch meine beiden Söhne ist daraus ein interessantes Geschäftsmodell entstanden“, erklärt der Familienvater nicht ohne Stolz. Heute liefert der Familienbetrieb unter dem Label Stern-CNC Modellbaukomponenten bis in die USA und nach Neuseeland. Die knapp 10 kg schweren ferngesteuerten Flitzer sind etwa 800 mm lang und werden von einem 23 Kubikzentimeter großen Hochleistungszweitaktmotor mit etwa 3 PS angetrieben. Das genügt locker für eine Endgeschwindigkeit von gut 60 km/h. Spezialisten holen unter anderem mit speziellem Treibstoff und „scharfen“ Steuerzeiten gut das doppelte an Leistung heraus. Torsten Stern erinnert sich: „Wir fingen vor zirka sechs Jahren damit an, die verschleißanfälligen, offen und ohne Schmierung laufenden Stirnradgetriebe durch Zahnriemen zu ersetzen. Das war damals völliges Neuland. Die Zahnradgetriebe der Buggys halten oft nur eine Saison; die Versionen aus Kunststoff manchmal nur wenige Rennen. Das wollten wir verbessern. Wichtig waren uns dabei auch ein geringes Gewicht und ein kleines Massenträgheitsmoment, schließlich kommt es bei den Buggys vor allem auf hohe Beschleunigung an.“

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Drehrichtungsumkehr mit Zahnriemen

Um den Markt für komplette Umbaukits von Zahnrad- auf Zahnriemengetriebe zu testen, bot Torsten Stern einen ersten Bausatz in einem Online-Auktionshaus zum Sofortkauf an. „Das Kit war schon nach sechs Minuten verkauft“, erzählt er noch heute mit sichtlichem Erstaunen. Die meisten Buggys verfügen über Getriebe mit drei Zahnrädern, so dass An- und Abtriebsdrehrichtung identisch sind und konzeptionell durch einen einfachen Zahnriementrieb zu ersetzen sind. Diese Antriebe setzt der Modellbauer schon viele Jahre erfolgreich ein. Allerdings hielt er den Umbau des Wüstenbuggy Baja lange Zeit für unmöglich.

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Verschleißanfällig und unangenehme Geräuschentwicklung: Der serienmäßig eingesetzte Stirnradsatz. Bild: Mulco

Verschleißanfällig und unangenehme Geräuschentwicklung: Der serienmäßig eingesetzte Stirnradsatz. Bild: Mulco

Dieser ist nämlich mit einem einfachen Stirnradsatz mit zwei Rädern ausgestattet, so dass sich die Drehrichtung des Antriebes ändert. „Die zündende Idee kam von meinem Sohn, der einen doppelt verzahnten Zahnriemen vorschlug, um mit einem Riemengetriebe auch die Drehrichtung umkehren zu können“, erklärt Torsten Stern. Durch die Doppelverzahnung kann der Riemen zwischen die beiden Achsen an die Innenseite der kleinen Riemenscheibe geführt werden, wodurch sich die Drehrichtung ändert.

Bei diesem Antrieb war schon deutlich mehr Entwicklungsarbeit erforderlich, so dass die drei Modellbauer fachliche Unterstützung bei dem Mulco-Mitglied und Spezialisten für Zahnriementechnik Wilhelm Herm. Müller GmbH & Co. KG, Garbsen, einholten. Der Diplomingenieur und Kundenberater André Schmidt betreut von der Müller-Niederlassung Leipzig aus seit mehr als 20 Jahren Industriekunden rund um das Thema Polyurethan-Zahnriemen. Er erklärt dazu: „Die Firma Stern hatte bereits Prototypen hergestellt, so dass unser Part anfangs darin bestand, Zeichnungen für die Riemenscheiben zu erstellen und bei den zulässigen Fertigungstoleranzen zu beraten, um die korrekte Riemenspannung zu gewährleisten. Denn bei diesem Antrieb wurde der Achsabstand bewusst fix gewählt, um mögliche Montagefehler durch die Kunden und eine Beschädigung von Lagern und Riemen auszuschließen.“

Torsten Stern konstruierte für die beiden Umlenkscheiben eine zusätzliche außenliegende Stützplatte, die die Belastung der Lagerung reduziert und Schiefstellungen der Riemenscheiben vermeidet. Aus Gewichtsgründen ist die Stützplatte aus Kohlefaser gefertigt. „Wegen der geringen Scheibendurchmesser und der großen Umschlingung wählten wir einen biegewilligen CONTI® SYNCHROFLEX Polyurethan-Zahnriemen mit 5 mm Teilung. Der nur 15 mm breite Riemen T5-DL (DL Doppellippe) überträgt die 3 PS Nennleistung des „Benziners“ problemlos und bis heute ohne einen einzigen Ausfall,“ so André Schmidt.

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Kundenspezifische Zahnriemenlösung in kleinen Stückzahlen

Der doppelt verzahnte CONTI® SYNCHROFLEX Polyurethan-Zahnriemen ermöglicht die Drehrichtungsumkehr. Bild: STERN

Der doppelt verzahnte CONTI® SYNCHROFLEX Polyurethan-Zahnriemen ermöglicht die Drehrichtungsumkehr. Bild: STERN

Der Zahnriementrieb wird von einer speziell angefertigten Abdeckung vor Sand und Steinen geschützt. „Manchen Kunden gefiel der Anblick des Antriebes so gut, dass sie auf die wichtige Kappe verzichteten“, schmunzelt Torsten Stern. So können jedoch große Fremdkörper wie Steinchen in den Antrieb gelangen und den Zahnriemen zerreißen. „An unserem Prüfstand simulierten wir diesen Fall nach und stellten fest, dass sich im ungünstigsten Fall der Stahlkord des gerissenen Riemens um die rotierende Achse wickeln kann, berichtet der findige Tüftler. André Schmidt von Wilhelm Herm. Müller schlug vor, einen Zugträger aus Aramid als kundenspezifische Lösung einzusetzen: „Aramid kann nicht ganz so hohe Zugkräfte übertragen, reißt jedoch bei fehlerhafter Überlastung komplett durch. Folgeschäden durch ein Aufwickeln des Zugträgers werden damit sicher vermieden.“

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Drei Übersetzungen mit einem Riementrieb

Die Antriebsriemenscheibe und die zwei Umlenkriemenscheiben sind untereinander austauschbar. So sind drei Übersetzungen realisierbar. Bild: Mulco

Die Antriebsriemenscheibe und die zwei Umlenkriemenscheiben sind untereinander austauschbar. So sind drei Übersetzungen realisierbar. Bild: Mulco

Mit den beiden Umlenkriemenscheiben realisierten die Tüftler aus Nauen einen konstruktiven Kniff: die angetriebene Riemenscheibe und die beiden Umlenkriemenscheiben sind untereinander austauschbar und verfügen über unterschiedliche Zähnezahlen. Durch Austausch der Riemenscheiben kann man man je nach Rennstrecke und Wahl der Reifengröße nun drei verschiedene Übersetzungen fahren. Das Original verfügt nur über einen Zahnradsatz mit einer festen Übersetzung. Das ist ein echter Mehrwert.

Insgesamt stehen für CONTI® SYNCHROFLEX Polyurethan-Zahnriemen als Alternativen zum Standardzugträger aus Stahl drei weitere Varianten zur Verfügung:

-    Zugträger aus Aramid,

-    Zugträger aus rostfreiem Stahl VA und 

-    sogenannte E-Zugträger aus Stahl mit besonders dünnen Einzeldrähten.

Im E-Stahl-Zugträger verteilt sich der Zugträgerquerschnitt auf wesentlich mehr dünnere Einzeldrähte, daher bleiben die Biegespannungen in den Einzeldrähten deutlich kleiner. Der Vorteil der E-Stahl-Zugträger besteht somit in einer höheren Biegewechselfestigkeit. Dies ist insbesondere dann anzustreben, wenn kleinere Bauabmessungen für Zahnscheiben und Spannrollen gefordert sind. Deren Mindestzähnezahlen bzw. Mindestdurchmesser können im Vergleich zum Standardzugträger bis zu 30 % unterschritten werden. Zahnriemen mit E-Stahl-Zugträger sind bevorzugt für Mehrwellenantriebe mit häufigen Biegewechseln einzusetzen.

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Mulco-Europe EWIV Garbsen,
12. Juni 2016

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